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In der Gruppenausstellung mit dem Titel „Calm before storm“ wird aus unterschiedlichen Blickwinkeln auf gegenwärtige gesellschaftliche Entwicklungen eingegangen. Dabei handelt es sich in erster Linie um sehr persönliche Positionen. Fragen nach Tradition und Herkunft, aber auch nach Zeitgeist sind in den Arbeiten der vier Künstler wesentliche Aspekte. Auf den zweiten Blick werden soziale, kulturelle politische Zusammenhänge deutliche und lassen ein charakteristisches Bild unserer heutigen Zeit entstehen. Den Arbeiten wohnt das Gefühl einer Zuspitzung gesellschaftlicher Zustände inne, das Empfinden einer unvermeidbaren Zukunft gegenüber zu stehen. Wenngleich in diesem Zusammenhang weder Ausblicke noch Lösungen aufgezeigt werden, sind die Positionen dennoch optimistisch und selbstbewusst formuliert.



Edgar Leciejewski (* 1977) lebt und arbeitet in Leipzig. Seine Arbeit untersucht die Themen Zeit und Realität. Die Serie “ghosts and flowers” zeigt New Yorker Passanten, die der Künstler auf Google Street View entdeckt und neu arrangiert hat. Die Arbeit wirft nicht nur die Frage nach dem Original und dem Urheber auf, sondern thematisiert auch die Auflösung zwischen Privatheit und Öffentlichkeit. Seine skulpturengleichen Portraits sind trotz der Anonymisierung erzählerisch und lassen viel über den Menschen, die Stadt, ihre gesellschaftliche und sozialen Lebensformen und Normen deutlich werden.


Viron Erol Vert (*1975) lebt und arbeitet in Berlin und Istanbul. Die Fragestellungen nach Identität und Herkunft sind immer wiederkehrende Themen mit denen sich der Künstler beschäftigt. In dem Objekt „Platonic Body 1“ verweist der Künstler durch die Einbeziehung traditioneller Handwerkstechniken und Materialien auf vergangen Epochen und setzt diese in Relation zur Gegenwart. Durch die damit verbundene Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie entstehen sehr persönliche Arbeiten, die wiederum einen Bezug zu kulturellen Bruchlinien moderner Gesellschaften herstellen.


Cristina Moreno García (*1985) lebt und arbeitet in Berlin. Die Video-Arbeit „Die Rückkehr des Hirten“ (2013) ist auf einer Reise durch die Pyrenäen entstanden. Die traumhafte, poetische Stimmung der Arbeit steht dabei im Kontrast zu der gesellschaftspolitischen Situation der spanischen Jugend, mit der sich die Künstlerin hier beschäftigt hat. Das Video beschreibt eine Erinnerung an eine nicht allzu ferne Vergangenheit. Der perspektivlosen Jugend erscheint diese als Alternative zu einer erzwungenen Migration in andere Länder.


Ronny Szillo (*1978) lebt und arbeitet in Leipzig. In seiner Arbeit stehen Mechanismen des Medialen in einer post-digitalen Welt im Zentrum. Er bewegt sich im Spannungsfeld zwischen analoger und digitaler Sphäre.  Wertesysteme und Weltanschauungen der Gegenwartskultur werden in Szillos Arbeiten miteinander vermengt und gegeneinander ausgespielt. In Verbindung mit dem aktuellen Zeitgeist wird der Betrachter kritisch mit Fragen nach Zugehörigkeit, Identität und Authentizität konfrontiert.